mit Gruppe Soziale Kämpfe, Vassilis Tsianos, Plattform gegen Rassismus
Donnerstag | 6.5.2010
18:00 Uhr
bei Allmende e.V.
Kottbusser Damm 25/26
U Hermannplatz
deutsch und türkisch
Antimuslimischer Rassismus und Krise
Die Veranstaltung zu antimuslimischen Rassismus greift in Anbetracht
aktueller sozialer Krisen und ihren politischen Lösungen kritisch in
rechtspopulistische und rassistische Entwicklungen ein. Denn Sarrazins
hetzerische Äußerungen gegen „Kopftuchmädchen“ und die „unproduktiven
Massen“, Mobilisierungen gegen den Bau von Moscheen und Minaretten oder
Treffen der europäischen Rechten zu „Anti-Islam Kongressen“ finden
verstärkt Zuspruch in der Mitte der Gesellschaft.
In Zeiten zunehmender staatlicher Überwachung, autoritärer
Krisenpolitik, sozialen Verarmungsprozessen und rassistischen
Entwicklungen, reiht sich somit der antimuslimische Rassismus als
ein weiteres Unterdrückungsmoment in die Struktur des globalen
Nordens ein. Soziale Widersprüche geraten durch die Wiederbelebung
von „deutscher Leitkultur“ und der Bekämpfung einer angeblichen
„demokratiefeindlichen Islamisierung der Gesellschaften“ in den
Hintergrund.
Die Gruppe Soziale Kämpfe stellt den antimuslimischen Rassismus in
den Kontext der Krise(n). Antimuslimischer Rassismus wird hierbei
verstanden als Teil von Prozessen der Kulturalisierung der sozialen
Frage und zur Bewältigung der Krise durch die Schaffung des
Feindbildes „Islam“, wie aktuelle Beispiele verdeutlichen werden.
Vassilis Tsianos ordnet Anti-Islamismus und antimuslimischen
Rassismus in den „postliberalen Rassismus“ ein und stellt diesen ins
Verhältnis zu weiteren gesellschaftlich Konflikten.
Wie etwa sieht der Zusammenhang zum Feminismus und zu Homophpbie aus? Was
hat das alles mit der Krise des Neoliberalismus zu tun?
Die Plattform gegen Rassismus entwickelt schließlich Perspektiven
für eine antirassistische Praxis entlang ihrer Kampagne
„Integration?-Nein Danke!“, die mit dem gesellschaftlichen Diskurs
über defizitäre und gefährliche, nämlich „desintegrierte“ Menschen
bricht.
Über die Kulturalisierung sozialer Gegensätze im Neoliberalismus
von der Gruppe soziale Kämpfe, erschienen in analyse und kritik (ak) Nr. 533, vom 21.11.2008
Die erfolgreiche Verhinderung des “Anti-Islamisierungskongresses” (vgl. ak 532) in Köln im September war das Ergebnis einer der größten antifaschistischen und antirassistischen Mobilisierungen der letzten Jahre. Der fehlgeschlagene Kongress kann als Versuch der europäischen Rechten gesehen werden, sich an dem Thema “Islamisierung Europas” zu konsolidieren und eine Europäische Partei voran zu bringen. Die Gegen-Mobilisierung hat auch Fragen nach antirassistischen Positionen und Strategien gegen einen zunehmenden anti-muslimischen Rassismus in Europa aufgeworfen und in eine breitere Öffentlichkeit getragen.
Breite Bündnisse – wie in Köln – sind wichtig und ein notwendiger Bestandteil eines Kampfes um die Hegemonie. Genauso wichtig ist es, eine antirassistische Kritik in die Auseinandersetzungen einzubringen, die sich nicht auf Toleranz, kulturelle Differenz oder das Recht auf Religion bezieht. Denn diese “Werte” brechen nicht mit der Logik der Kulturalisierung, sondern bestärken sie von “links”. Es gilt Strategien zu entwickeln, wie (lokal und im Alltag stattfindende) rassistische Mobilisierungen gegen MigrantInnen als “Muslime” zurückgedrängt werden können, ohne in die Falle der Kulturalisierung zu tappen. Dabei stellen sich für uns vor allem zwei Fragen:
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von der Gruppe soziale Kämpfe, erschienen in der ZAG – antirassistische Zeitschrift Nr. 53 (Oktober 2008)
Vom 19. – 21. September 2008 wollte sich die rechte Bürgerbewegung „Pro Köln“ in Köln und Leverkusen zum „Anti-Islamisierungskongress“ treffen. Eingeladen waren viele Rechtsextreme aus ganz Europa, unter anderem Jean-Marie Le Pen von der Front National (FN) aus Frankreich, Heinz-Christian Strache von der FPÖ aus Österreich[1], Filip Dewinter vom belgischen Vlaams Belang, sowie Vertreter der CDU. Der fehlgeschlagene Kongress kann als Versuch der europäischen Rechten gesehen werden, sich an dem Thema „Islamisierung Europas“ zu konsolidieren und eine Europäische Partei voran zu bringen.
Die erfolgreiche Verhinderung dieses „Anti-Islamisierungskongress“ war das Ergebnis einer der größten antifaschistischen und antirassistischen Mobilisierungen der letzten Jahre. Die Wahrnehmbarkeit des Themas und die politische Brisanz der darin enthaltenen Fragen und Positionen sind weit über den konkreten Konflikt hinaus in die Öffentlichkeit getragen worden. Aufrufen zur Blockade durch Antifa AK Köln, dem Bündnis gegen „pro Köln“, der Interventionistischen Linke und dem Ums-Ganze-Bündnis waren 10.000 Gegendemonstranten gefolgt; auch unter der Bevölkerung (Taxifahrer, Gastwirte) kamen viele den Aufrufen nach.
Breite Bündnisse – wie in Köln – sind wichtig und ein notwendiger Bestandteil eines Kampfes um die Hegemonie[2]. Genauso wichtig ist es, eine antirassistische Kritik zu formulieren und in die Auseinandersetzungen einzubringen, die sich nicht auf Toleranz, kulturelle Differenz oder das Recht auf Religion bezieht. Denn diese ‚Werte’ brechen nicht mit der Logik der Kulturalisierung, sondern bestärken sie von ‚links’. Wie können rassistische Mobilisierungen gegen MigrantInnen als ‚Muslime’ kritisiert werden, ohne in die Falle der Kulturalisierung zu tappen? Wie können reaktionäre politisch-religiöse Bewegungen im Islam und Entwicklungen in migrantischen communities so kritisiert werden, dass ihre gesellschaftlichen Entstehungsbedingungen – der Rassismus der Mehrheitsgesellschaft und gesellschaftliche Machtverhältnisse in den Blick kommen? Dabei stellen sich zwei Fragen, auf die antirassistische Strategien antworten müssen: (weiterlesen…)
Podiumsveranstaltung im Rahmen der Mobilisierung gegen den Anti-Islam-Kongress in Köln
Mittwoch | 10. September 2008 | 19.30 Uhr
Festsaal Kreuzberg | Skalitzer Straße 130
Mit:
Werner Schiffauer (Kulturwissenschaftler)
Toni Garde (Gruppe soziale Kämpfe)
Moderation: T.O.P. Berlin
Vom 19. bis 21.09.2008 veranstaltet die rechtsextreme Partei „Pro Köln“ einen „Anti-Islamisierungskongress“ in Köln, zu dem bis zu 1000 Teilnehmer der europäischen Rechten angekündigt werden. Ein breites Bündnis antifaschistischer und antirassistischer Initiativen und Organisationen ruft zu Protesten gegen den Kongress auf. Wir wollen am 10. September im Festsaal Kreuzberg über die Hintergründe eines sich formierenden anti-muslimischen Rassismus diskutieren und die Frage stellen, welche Konsequenzen diese Stigmatisierung für die Selbstzuschreibungen von Muslimen in Deutschland hat. (weiterlesen…)
Proteste & Blockaden gegen den „Anti-Islamisierungskongress“
Samstag | 20. September 2008 | Köln
mehr unter www.hingesetzt.mobi
Vom 19. bis zum 21. September 2008 wollen RassistInnen und NeofaschistInnen aus ganz Europa in Köln einen sogenannten „Anti-Islamisierungs-Kongress“ durchführen.
Die Gruppe Soziale Kämpfe unterstützt den Aufruf eines breiten Bündnis antifaschistischer und antirassistischer Organisationen und Initiativen zu Massenblockaden gegen den Kongress. Wir beteiligen uns an der Berliner Mobilisierung nach Köln und rufen gemeinsam mit dem Berliner Mobilisierungsbündnis dazu auf, nach Köln zu fahren. (weiterlesen…)
Donnerstag | 1. November 2007 | 19 Uhr
Monarch | Skalitzer Str. 134 | U1 + U8 Kottbusser Tor
Allgemeine Einladung zum Jour Fixe
In Pankow wird eine Moschee gebaut. Ein Bürgerbündnis (Initiative Pankow-Heinersdorfer Bürger – IPAHB) versucht, den Bau zu verhindern: Demonstrationen mit 1500 Bürgern und Nazis, Unterschriftensammlungen, Öffentlichkeitsarbeit. Weit mehr als ein uninteressanter Spießeraufstand. In Pankow zeigt sich eine neue »ideologische Formation« im Rassismus und beweist ihre Mobilisierungsstärke: der anti-muslimische Rassismus. Ähnliche Auseinandersetzungen um Moscheebauten gibt es in Charlottenburg, Neukölln, Frankfurt oder Köln. Unter dem Namen »Pro Deutschland« beginnen sich Moscheegegner überregional zu organisieren.
Gleichzeitig macht sich in der Berliner Linken eine »Kritik des Islamismus« auf der einen und ihrer Zurückweisung als Rassismus auf der anderen Seite gegenseitig stumm. Die politische Intervention in einer gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung von zunehmender Bedeutung unterbleibt und lässt die (Berliner) Linke zum passiven Teil einer Konstellation werden, die sie zwar nicht will, aber auch nicht aktiv bekämpft.
Am konkreten Fall Pankow-Heinersdorf wollen wir zwei Fragen aufgreifen, die auf unserer Veranstaltung »Machtvolles Schweigen – antimuslimischer Rassismus und linke Politik« nur gestreift wurden: Wie ist diese neue Konjunktur im Rassismus mit gesellschaftlichen Umarbeitungen, Terror- und Sicherheitsdiskurs, Prekarisierung und globalen Kräfteverhältnissen vermittelt? Wie könnte eine emanzipatorische Linke in diese Auseinandersetzung intervenieren und zu einer Handlungs- und Politikfähigkeit gelangen?
Oder: der Untergang des christlich-laizistischen Abendlandes
von der Gruppe soziale Kämpfe, erschienen in der Arranca!-Ausgabe 37
Im Zentrum des Beitrags steht, wie die neue Konjunktur im Rassismus mit gesellschaftlichen Umarbeitungen, Terror und Sicherheitsdiskurs, Prekarisierung und globalen Kräfteverhältnissen verbunden ist. Hier liegt u. E. ein blinder Fleck der aktuellen Debatte.
Diese ist einerseits bestimmt durch die Pole „Kritik des Islamismus“ und „Respekt vor den Eigenarten der Kulturen“. Oft hängen diese beiden Pole eng zusammen, zu sehen etwa am Beispiel einer Frankfurter Richterin. Sie verweigerte einer aus Marokko stammenden Frau, die sich wegen Misshandlungen von ihrem ebenfalls marokkanischen Mann scheiden lassen wollte, die Prozesskostenhilfe mit der Begründung, dass der Koran eheliche Gewalt gegen Frauen rechtfertige und verwies auf die kulturelle Herkunft der beiden.[1] Andererseits ist das Feld bestimmt davon, dass die „Kritik des Islamismus“ und ihre Zurückweisung als Rassismus durch die andere Seite sich gegenseitig stumm und dumm machen. (weiterlesen…)

Mit:
Nikita Dhawan und Maria do Mar Castro Varela
Geschlechtergewalt und anti-muslimsicher Rassismus
Iman Attia
Orientalismus und anti-muslimischer Rassismus
Gruppe soziale Kämpfe
Am 21. März diesen Jahres verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf das Gelände der Ahmadiyya-Gemeinde in Berlin-Heinersdorf. Er ist Teil einer rassistischen Kampagne gegen den Plan, dort eine Moschee zu errichten und vollzieht sich in einem gesellschaftlichen Klima der Gleichsetzung von Islam und Terror, der Stigmatisierung von MigrantInnen und der autoritären Forderung nach Unterordnung unter eine sich neu definierende deutsche Leitkultur.
Die Forderung nach kultureller Unterordnung und Integration als staatlich sanktionierte Pflicht (befolgen MigrantInnen diese nicht, werden ihnen bürgerliche Rechte nicht zugestanden) bringt die Diskussion über die gleichberechtigte Teilhabe zum Schweigen. Die Kehrseite der Integration ohne Rechte ist die Unterordnung auf dem Arbeitsmarkt. (weiterlesen…)